GFW Dach

GFW-Dach mbH 039: 3. Workshop Vorbereitung Sachverständigenprüfung: Der Ortstermin/ die Beschreibung des Ist-Zustandes/ Unterkonstruktionen im Dachdeckerhandwerk aus Holz und Holzwerkstoffen

Sowohl im gerichtlichen als auch im privaten Gutachtenverfahren muss der Sachverständige bei einem Ortstermin die strittigen, ausgeführten Leistungen zunächst im Ist-Zustand besichtigen, feststellen und in Bild und Wort dokumentieren. Dabei darf der zugrundeliegende Beweisbeschluss bzw. die Beweisfrage des Antragstellers nicht aus den Augen verloren werden, damit das Gutachten auch verwertbar und aussagekräftig ist. Für den Richter, als auch für den Antragsteller, kommt es auch die besondere Gabe des Gutachters an, mit wenigen eindeutigen Bilddokumenten und leicht verständlichen Beschreibungen die zu beurteilenden Bauleistungen festzuhalten und zu erläutern.

In den Tätigkeitsfeldern der Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik im Dachdeckerhandwerk bestehen viele Unterkonstruktionen aus Holz oder Holzwerkstoffen. Objektspezifisch muss der zu verwendende Werkstoff im Hinblick auf die Nutzungsklasse und die erforderliche Holzgüte ermittelt werden. Tragfähigkeit, Stützweitenabstand, Lasten und Dimensionierung sind für einen ggf. erforderlichen Tragfähigkeitsnachweis (Statik) entscheidend. Holzbauteile ohne rechnerischen Nachweis wie z.B. die meisten Konter- und Tragelattungen können nach handwerklichen Erfahrungen ausgeführt werden. Die technischen Anforderungen an die gängigen Unterkonstruktionen für Deckungen und Abdichtungen sind den aktuell gültigen Hinweisen für Holz und Holzwerkstoffe zu entnehmen, die im Vorbereitungsseminar ausführlich behandelt werden.

Abgerundet wird das Thema Unterkonstruktionen aus Holz und Holzwerkstoffen durch die Erläuterungen der DIN 68800. Anhand der Gebrauchsklassen, der grundsätzlichen und der besonderen baulichen Maßnahmen werden nachweisfreie Ausführungen von Holzunterkonstruktionen dargestellt. Einen besonderen Schwerpunkt bilden in diesem Zusammenhang auch die zunehmende Problematik der beidseitig diffusionshemmend geschlossenen Dächer in Holzbauweise. Anhand von aktuellen Schadensfällen werden Ursachen, Folgen und Sanierungsmöglichkeiten bei diesen Dachkonstruktionen ausführlich dargestellt.

Inhalte

Teil 1: Feststellung des Istzustandes

  • Einladungen und Anschreiben zum Ortstermin
  • Parteien des Ortstermins
  • Die Fragen des Beweisbeschlusses / des Antragstellers
  • Bauteilöffnungenbeim Ortstermin
  • Ist-Zustände mit Bilddokumenten dokumentieren
  • Ist-Zustände mit Beschreibungen erläutern

Unterkonstruktionen aus Holz und Holzwerkstoffen

  • Begriffsdefinitionen
    • tragende, tragende ohne rechnerischen Nachweis und nichttragende Bauteile
  • Bauaufsichtliche Anforderungen - Bauregelliste, CE-Kennzeichnung
  • Bauholz nach DIN 14081
  • Sortierung nach DIN 4074 - Sortierklassen und Farbkennzeichnung
  • Bemessung von Vollholz und Holzwerkstoffplatten ohne rechnerischen Nachweis
  • Nutzungsklassen bei Holzwerkstoffen
  • Anforderungen an Bauschnittholz und Holzwerkstoffe
  • Messung von Holzfeuchtigkeiten
  • Schwind- und Quellmaße
  • Ausführungen von Konterlattungen, Tragelattungen, Schalungen für Dacheindeckungen, Bohlen für den Flachdacheinsatz
  • übliche Verbindungsmittel für Holzbauteile im Dachdeckerhandwerk
  • Randabstände von Verbindungsmitteln
  • Holzschutzmaßnahmen und Gebrauchsklassen
  • baulicher Holzschutz nach DIN 68800-1 und 68800-2
    • grundsätzlich und besondere bauliche Maßnahmen
  • Anforderungen an beidseitig diffusionshemmend geschlossene Bauteile
Veranstaltungsort Bildungszentrum des westfälischen Dachdeckerhandwerks e.V., Eslohe
Referent DDM Jürgen Gerbens, GFW-Dach mbH, Eslohe
Teilnahmegebühr 385,00 EUR zzgl. 19% MwSt.
Teilnehmeranzahl mind. 4 Teilnehmer, max. 10 Teilnehmer
Arbeitsmittel Schreibzeug, Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks (2 Ordner in der Papierversion)
Termin 10.09.2019

von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr