GFW Dach

GFW-Dach mbH 032: 5. Online-Workshop: Beschreibung des Sollzustandes von Bauleistungen anhand von Fallbeschreibungen von Deckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen

Ausgehend von den vertraglichen Vereinbarungen zwischen dem Kläger und dem Beklagten oder dem Antragsteller und dem Antragsgegner hat der Sachverständige im Handwerk neben den Feststellungen zum ausgeführten Ist-Zustand die Übereinstimmung oder den Unterschied zur Sollleistung der ausgeführten Leistungen darzulegen.

Dazu muss er sich sowohl des Leistungsverzeichnisses als auch der Gesetze, Verordnungen und diverser Regelwerke bedienen. Bei einer eindeutigen Leistungsbeschreibung kann der Gutachter anhand des Lv`s recht einfach prüfen, ob die dort beschriebenen Leistungen entsprechend umgesetzt wurden.

Ist die Beschaffenheit des Werkes jedoch nur grob oder nicht eindeutig beschrieben, so hat der Sachverständige festzustellen, ob die Bauleistungen so ausgeführt wurden, wie der Auftraggeber dieses nach der Art des Werkes erwarten konnte. Weiterhin muss er ggf. beurteilen, ob sich das Werk für die gewöhnliche Verwendung eignet und die Ausführung üblich ist.

Neben den gültigen Gesetzen und Verordnungen, den bauaufsichtlich eingeführten DIN-Normen muss der Sachverständige oft betreffende, allgemein anerkannte Regeln der Technik in seinem Gutachten zur Begründung seiner Aussagen heranziehen. Anhand von Quellenauszügen aus den gesetzlichen Regelungen und technischen Regelwerke beschreibt der Sachverständige in seinen Ausführungen in verständlicher Umgangssprache den Soll-Zustand der strittigen Leistungen. Besonders im gerichtlichen Klageverfahren sind viele Richter auf bewanderte und kompetente Sachverständige angewiesen, die ihnen mit ihrem überdurchschnittlichen Fachwissen selbst komplexe und schwierige Sachverhalte einfach erklären und verdeutlichen können. Die Beurteilungen des Sachverständigen sind dann auch meist die Grundlage der Urteile, Vergleiche oder sonstiger gerichtlicher Entscheidungen.

Die Vermittlung des nötigen Fachwissens aus dem Bereich der Steildachdeckungen mit Ziegeln und Dachsteinen beginnt zunächst mit der Auseinandersetzung mit dem Fachregelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Nach der Klärung von Begrifflichkeiten, Konstruktionsarten und technischen Merkmalen der Deckelemente, bilden Regeldachneigungen und Zusatzmaßnahmen zur Regensicherheit einen Schwerpunkt der Betrachtungen. Anhand eines charakteristischen Fallbeispieles aus der Praxis erarbeiten die Teilnehmer im Seminar die technischen Anforderungen des Regelwerkes des Dachdeckerhandwerks. Grundregeln, Fachregeln, Merkblätter, Hinweise und Produktdatenblätter enthalten derart viele Fachinformationen, so dass der angehende Sachverständige lernen sollte, nur wesentliche Kernaussagen für sein Gutachten zu entdecken und zu nutzen.Die objektbezogene Auswahl von zusätzlichen Maßnahmen zur Regensicherheit bei Einhaltung oder Unterschreitung der Regeldachneigung ist hervorragend geeignet, um mit dem angehenden Sachverständigen eine richtige Einschätzung der Beanspruchungen und eine sich daraus ergebende Ausführung der Unterspannung, der Unterdeckung oder des Unterdaches einzuüben.

Aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie können technische Exkursionen zu Industriepartnern leider nicht mehr stattfinden. Dort konnten die angehenden Sachverständigen in der Vergangenheit sehr anschauliche Einsichten in den Herstellungsprozess, die Prüfverfahren und die Beurteilung von Schäden bei Dachziegeln und Dachsteinen erhalten. Um wichtige Schwerpunkte der Produktinformationen dennoch zu vermitteln, werden u.a. Herstellungsverfahren, Prüfungen und Qualitätsanforderungen anhand eines Online-Fachvortrages am 23.09.2021 eingehend erläutert. In diesem Zusammenhang werden auch bekannte Schadensbilder und deren Ursachen dargestellt.

Inhalte

Der Sollzustand bei Bauleistungen

  • Kurze Wiederholung Rangfolge von Gesetzen, bauaufsichtlich eingeführten Normen, Regelwerken, DIN-Normen
  • Die Bedeutung der Leistungsposition /des Bauvertrages - Beschaffenheitsvereinbarungen
  • Quellenhinweise / Literaturangaben
  • Vereinbarte Abweichungen von den a.a.R.d.T.
  • Fachbegriffe und komplexe Sachverhalte einfach erklären

Typische Fallbeispiele bei Dachdeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen u.a.:

  • Zuordnung von Zusatzmaßnahmen zur Regensicherheit (Unterschreitung der RDN)
  • Einteilung, Deckbild und Anschnitte
  • Regeldachneigungen, Mindestdachneigung
  • Ausführung von wasserdichten und regensicheren Unterdächern, Unterdeckungen und Unterspannungen
  • Entwässerungen an der Traufe, an Anschlüssen an Gauben und Dachfenstern
  • Einbau und Befestigungen von Haltern für Solarsysteme
  • Lüftungsquerschnitte für belüftete Dächer und belüftete Deckungen

Dacheindeckungen mit Dachziegeln und Dachsteinen

  • Konstruktionsarten belüftet / unbelüftet
  • Anforderungen an Luftschichten bei belüfteten Konstruktionen und belüfteten Deckungen
  • Begriffe: Behelfsdeckung, Notabdichtung, Regeldachneigung, Mindestdachneigung
  • Zuordnung von Zusatzmaßnahmen zur Regensicherheit
  • Werkstoffe und Materialeigenschaften - Dachziegel/Dachsteine
  • Konstruktive Dachziegelarten und deren Besonderheiten
  • Gebrauchsübliche Betrachtung
  • Betrachtungsabstände zur Beurteilung von Dachflächen mit Dachziegeln und Dachsteinen
  • Bewertung optischer Mängel – Matrix nach Oswald
  • Minderwertermittlung mit dem Zielbaumverfahren nach Aurnhammer
  • Merkantiler Minderwert
  • Teilnehmeraufgabe zur Darstellung des Ist- und Sollzustandes bei einer gutachterlichen Feststellung am Beispiel einer Bewertung einer Zusatzmaßnahme zur Regensicherheit

Technische Informationen zu den Produkten – Dachziegelund Dachsteine

  • Herstellungsverfahren
  • Qualitätsanforderungen und Prüfverfahren
  • Schadensbilder, Ursachen und Mangelbeseitigung
Veranstaltungsort "Zoom" Online-Schulung, vor der Veranstaltung wird ein Konferenzlink zur Einwahl in die Schulung per Mail zugesendet
Referent DDM Jürgen Gerbens, GFW-Dach mbH
Teilnahmegebühr 285,00 EUR zzgl. 19% MwSt.
Teilnehmeranzahl mind. 3 Teilnehmer, max. 5 Teilnehmer
Arbeitsmittel EDV-Arbeitsplatz, Laptop oder Tablett mit Webkamera, Mikrofon und Lautsprechersystem
Termin 22./23.09.2021

jeweils von 9:00 bis 14:00 Uhr